Fragen und Antworten

Woher kommt der Schamanismus?

Der Schamanismus entstand wahrscheinlich in Jägerkulturen und drückt die Probleme dieser Kultu­ren aus. Der Schamanismus sollte den Menschen aus seiner wiederkehrenden existentiellen Bedro­hung befreien. Die Menschen erkannten, dass die Welt ihnen einmal freundlich und einmal feindlich gesonnen ist. Darin lag die Grundlage der schamanischen Tätigkeit, sie hatte die Aufgabe Kontakt mit den „guten“ Jenseitsmächten aufzunehmen, um von ihnen Heilmittel für bestimmte konkrete Bedrängnisse, wie etwa Unfruchtbarkeit oder Krankheiten zu erbitten. Menschen, die in ihrer Gesellschaft anders waren, wurden Scha­manen. Sie sonderten sich von der übrigen Gemeinschaft durch intensive spirituelle Erlebnisse ab.

Ist der Schamanismus eine Religion?

Schamanismus ist keine Religion, sondern ein Element oder Teilbereich innerhalb vieler Religio­nen. Er ist eine Technik der Ekstase, die von einer gewissen Elite durchgeführt wird und bildet in gewisser Weise die Mystik der betreffenden Religion.

Der Tengrismus ist die älteste schamanische Religion Zentralasiens. Diese Religion unterscheidet sich von allen anderen, da nicht der Glaube, sondern die Erfahrung im Mittelpunkt steht. Die Scha­manen beten nicht nur zu den Göttern, sondern suchen diese persönlich auf und tauschen sich mit ihnen aus. Zum Tengrismus bekennen sich nur Nomadenvölker. Sobald sie sesshaft wurden, nahmen sie die örtliche Religion an. Der Schamanismus ist in Sibirien und Zentralasien besonders verwurzelt. In diesem ganzen riesigen Bereich Zentral- und Nordasiens hat das magisch-religiöse Leben seinen Mittelpunkt im Schama­nen.

Aber auch in Nord- und Südameri